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Wärmende Trockenmauern
bioterra, 176a,Spezial,1998 / Martin Kunz Biotopa AG

Biotop-055f.jpg (108502 Byte)    Mauern aus Naturstein schaffen Atmosphäre und bringen Geborgenheit in einen Garten. Wer schätzt es nicht, im Schutz von warmen Steinen die Sonne zu geniessen. Mit etwas Geduld und Know-how lässt sich dieses reizvolle Gartenelement selber bauen.

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    Der traditionelle Mauerbau führt weit in die Vergangenheit der Menschheit zurück. Ursprünglich wurden Steine in Landflächen aufgelesen und an den Rand getragen, damit die Fläche urbar wurde. Gleichzeitig schützte die so entstandene Mauer den Acker und bezeichnete die Grenzen des Besitzes. 

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    In Weinbaugebieten wurden die steilen Hänge mit Trockenmauern terrassiert. Wer im Tessin abseits der Touristenpfade wandelt, erkennt, dass ein grosser Teil der südexponierten Hänge in den steilen Bergregionen für die Landwirtschaft und Weinbau terrassiert war. Leider verfallen diese wertvollen Biotope zusehends, weil der wirtschaftliche Nutzen den Aufwand für Ernte und die Pflege der Anlagen bei weitem übersteigt. Da früher Materialtransporte in den steilen Hängen schlichtweg unmöglich waren, wurden die örtlich vorkommenden plattigen Steine verwendet. Bindemittel wie Zement gab es zu dieser Zeit noch nicht oder sie waren unerschwinglich für die mittellose Landbevölkerung. So entstand der traditionelle Trockenmauerbau.

WB00699_.gif (2084 Byte)Mit der Einführung des Betons wurde eine neue Zeit in der Bauwerkskunst eingeläutet. Leider geriet damit das Handwerk der traditionellen Bauweisen weitgehend in Vergessenheit. Auf den ökologischen Wert, die Steinmauern mit ihren Nischen bieten, besinnt man sich erst seit ein paar Jahren wieder.

Mauern schaffen Geborgenheit

Trockenmauer-378f.jpg (111995 Byte)    Sinn und Zweck von Mauern ist die Terassierung eines Geländes. Die Abstufung von Ebenen in einem Garten bewirkt eine spezielle Atmosphäre. Es kann reizvoll sein, wenn Gemüsebeete und die verborgene Ecke, in der man in Ruhe ein Buch lesen kann, in verschiedenen Höhen angelegt sind. Abstufungen in einem Garten können gar das Leitmotiv der Gartengestaltung sein und sind für Menschen und Tiere gleichwohl von Nutzen.

                                                                      

    Bei der Wahl von Materialien sind Natursteine zu   bevorzugen.Mauern bis zirka einen Meter Höhe sind meist unproblematisch in der Verarbeitung. Bei Unsicherheiten lässt man sich mit Vorteil von einem Gartenfachmann beraten.

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Bau von Trockenmauern

 Gartengestaltung-308f.jpg (115308 Byte)Weil Trockenmauern meist Stützfunktionen                                                                übernehmen müssen, muss der Aufbau sorgfältig ausgeführt werden. Zuerst wird das Fundament gegraben. Es sollte so tief angelegt sein, dass es frostsicher ist. Die Tiefe kann je nach Region unterschiedlich, aber muss sicher 40 Zentimeter tief sein. Ein Vorteil der Trockenmauer ist, dass sie bei gewissen Frostbewegungen des Bodens mitgeht, ohne einzustürzen. Sie ist im Gegensatz zu starren Bauobjekten aus Beton sehr elastisch.

    Der Fundamentgraben wird mit Wandkies gefüllt, der gut verdichtet wird. Das Fundament ist etwas breiter als der Mauerfuss und sollte auf gewachsenem Boden stehen. Damit die Mauer den richtigen Anzug hat (10 bis 15 Prozent), wird mit Pfählen und Dachlatten ein einfaches Schnurgerüst erstellt. Das Schnurgerüst sollte den Mauerbau nicht behindern und sich ausserhalb des Arbeitsbereiches befinden.

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    Den ersten Schichten der Mauer ist besondere Aufmerksamkeit zu schenken.Sind diese sorgfältig aufgebaut, wird auch der Rest der Mauer einfach zu erstellen sein. Der Mauerfuss wird in einer Breite von einem drittel der Endmauerhöhe gefertigt. Damit ist gewährleistet, dass die Mauer genügend standfest ist.

Trockenmauer-307f.jpg (80086 Byte)Die Steine werden nun mit geschultem Auge lagenhaft aufeinandergeschichtet. Die senkrechten Fugen sollten versetzt verlaufen, so wie man das von jedem Mauerwerk her kennt. Oft muss ein Stein von Hand mit Zahneisen und Setzer auf die genaue Passform nachgearbeitet werden. Steine, die wackeln, werden mit Splittern unterlegt, bis sie satt sitzen. Während des Aufbaus hinterfüllt man die Mauer stets mit Wandkies und Abfallsplittern.

    Wichtig bei der Hinterfüllung ist, dass immer frostsicheres Material verwendet wird. Während des Maueraufbaus legt man spezielle Mauerpflanzen in die vorbereiteten Nischen ein. (siehe "Pflanzen für Trockenmauern")

    Diese Nischen werden V-förmig ausgebildet und mit nährstoffreicherem Material aufgefüllt, damit den Pflanzen genügend Substanz zur Verfügung steht.

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    Die Hintermauerung muss sorgfältig ausgeführt werden. Von der ausreichenden Einbautiefe der Binderschichten hängt weitgehend die Standfestigkeit der Trockenmauer ab. Binder sind Steine, die über die ganze Mauertiefe reichen. Das Fugenbild einer Trockenmauer kann sehr unterschiedlich gearbeitet sein. Mann kennt das Wechselmauerwerk oder schottischer Verband, das Schichtmauerwerk oder das Bruchsteinmauerwerk.

    Die Krone der Mauer sollte mit einem Kronstein oder einer Kronenplatte deckelartig abgeschlossen werden. Es ist darauf zu achten, dass der Abschluss der Mauer mit einem schweren Stein gefertigt ist, damit bei Arbeiten oberhalb der Mauer keine Verschiebungen der obersten Schicht möglich ist.

Gartengestaltung-070f.jpg (122853 Byte)Selbstverständlich kann man Mauern auch aus Abfallmaterialien bauen. (Siehe Bild rechts, Betonabfall) Dazu eignen sich plattige Betonabbruchstücke oder Mauerresten. Beim Aufbau sind die gleichen Regeln wie beim Trockenmauerbau aus Naturstein zu beachten. Ungeeignet für Stützmauern sind Mauerstücke aus Backstein, da sie Wasser aufnehmen können und im Winter bei Frost zerspringen.

 

 

WB00707_2.gif (678 Byte)Pflanzen für Trockenmauern

Zimbelkraut (Cymbalaria muralis)

Stinkender Storchenschnabel (Geranium robrtianum)

Sonnenröschen (Helianthemum nummularium)

Mauerpeffer (Sedum acre)

Leimkraut (Sedum vulgaris)

und weitere:

Literaturhinweise:

Natursteinarbeiten              Alfred Baetzner        Ulmer Verlag

 

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Stand: 15.06.2010