
Naturgarten Ort des Aufbruchs
Gesund Bauen & Wohnen, 1996 / Martin Kunz Biotopa
AG
Die Zeit des Gartenmahnfingers ist vorbei. Wildwuchs ist
neuerdings gefragt. Der Garten als Lebensraum bekommt einen immer grösseren Stellenwert.
An heissen Sommertagen und an lauen Abenden wird er von uns Menschen als erweiterter
Wohnraum genutzt. Nach all der Hektik im Alltag zieht man sich gerne in den ruhigen
grünen Winkel zurück und geniesst dort ein paar besinnliche Stunden.
An stillen Plätzchen im
Naturgarten kann man die Seele baumeln lassen. Pedantisches Jäten und Zurechtstutzen ist
hier nicht gefragt.
Es gibt ihn wieder, den Garten in dem man lustwandeln kann! Wo sich
hinter üppig wuchernden Büschen Plätzchen verbergen, die einem zum stillen Beobachter
der Natur werden lassen. Die ungebändigte Tier- und Pflanzenwelt in nächster Umgebung
lässt uns Zusammenhänge im Umweltgeschehen besser erkennen und verstehen.
Gärten im Wandel der Zeit
Jede Epoche hat ihre eigene Art der
Gartengestaltung hervorgebracht. Denn sie ist Abbild der jeweils vorherrschenden
Denkweise. Ob verschnörkelt, geometrisch, sachlich, verwildert oder beinahe steril wie in
den 60er oder 70er Jahren, Gärten beeinflussten immer das Erscheinungsbild unserer
Umgebung.
So ist es in einer Zeit wie dieser nicht weiter erstaunlich, dass
die Menschen angesichts zerstörter Natur und aussterbender Tier- und Pflanzenarten einer
natürlich wachsenden Landschaft in unmittelbarer Umgebung ihres Hauses den Vorzug geben.

Raum für Kinder
Kinder finden heutzutage kaum mehr
Raum zum Spielen, der nicht durch Erwachsene für sie gestaltet wurde.
Das Fehlen unbebauter Nachbargrundstücke und ungefährlicher Wälder macht
Erlebnisräume, die ebenbürtigen Ersatz bieten, für eine gesunde Entwicklung der Kinder
unerlässlich.
Ein verwunschener Garten ums Haus, in dem allerlei Exkursionen und Experimente möglich
sind, kann diese fehlende Erfahrung zumindest zu einem Teil wettmachen. Das frühe
Erkunden und Erleben der Natur bildet das Fundament für eine höhere Wertschätzung der
selben.
Naturnaher Lebensraum

Die Berücksichtigung vorwiegend einheimischer
Pflanzen und deren geschickte
Kombination macht ökologisches Gleichgewicht und eine Gartenpflege ohne den Einsatz von
Chemikalien möglich.
Wer sich für einen Naturgarten interessiert, ist gut beraten, erst
einmal verschiedene Naturgärten zu besichtigen. In der Detailplanung kommen dann Aspekte
der Pflanzenauswahl, der Nutzungsvorstellung und der Pflege zur Sprache.
Spezialisierte Fachleute sind für diese Fragen die richtigen
Ansprechpartner.


Literaturhinweise:
Naturoase Wildgarten Reinhard Witt
BLV

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