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Gärtner mit Ideen
biotopa.ch
Grundstrasse 31a,
CH-8712 Stäfa (Zürich)
Tel 044 926 23 24
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bioterra Nr. 190 Juli/August 2000 Martin Kunz, Biotopa AG Stäfa Feucht - Biotope in denen man im Sommer baden kann und im Winter auf der Eisdecke Schlittschuhlaufen sind im Trend. Bereits werden in der Schweiz verschiedene Systeme angeboten vom einfachen Naturweiher bis zum Schwimmteich mit komplizierter Filteranlage. Letztere sind, sofern einige wichtige Grundsätze bei der Planung und beim Bau berücksichtigt werden überflüssig - glasklares Wasser und sterile Verhältnisse gibt es nur im konventionellen Swimming -Pool. Manch einer
erinnert sich dunkel an die Badefreuden in einem
waldumstandenen See oder einem grossen Teich mit Schilfgürtel und Seerosenteppich. Sich im ruhigen Wasser dahin gleiten lassen, während über uns
die Vögel zwitschern und ab und zu ein lauthalses Quaken aus dem Schilfgürtel zu hören
ist.
Kann man eine solche Idylle im eigenen Garten schaffen, sich sozusagen die Natur vor die Haustüre hohlen? Und vor allem was bedeutet es, sich auf die Natur einzulassen? Während Badeteiche im Trend sind werden auch die Fragen lauter.
Wer sich auf das Abenteuer Naturteich im Taschenformat einlassen will, muss bereit sein seine bisherigen Ansichten zu hinterfragen und zu verändern. Natürliche Vorgänge können nicht durch technische Geräte oder Systeme verbessert werden. Im Gegenteil je mehr der Mensch in das Wunderwerk der Natur eingreift, desto verheerender sind die Folgen. Wer sich einen Naturbadeteich baut, ist den Vorgängen der Natur ausgeliefert und anstelle von technischem Gerät braucht es in erster Linie eine Tugend, die heute nicht mehr weit verbreitet ist - Geduld. Wassertrübungen durch Algenblüten, Tiere im Schwimmbereich, Unterwasserpflanzen, die einem die Füsse kitzeln gehören genauso zum Naturschwimmteich wie die wunderbaren Blüten der Wasserschwertlilie oder die wogenden Samenstände der Rohrkolben. Der richtige Platz im Garten
Wie tief baut man einen Teich überhaupt und welche Pflanzen kommen in den Randbereichen vor? Es gibt mittlerweile genügend Literatur über das Thema Badeteiche. Nicht zuletzt weil Badeteiche von der Baubehörde genehmigt werden müssen, empfiehlt es sich, einen Fachmann für die Projektierung und den Bau einer solchen Anlage beizuziehen. Bei der Einfügung des Teichs in die Gartenlandschaft muss das umliegende Gelände oft umgestaltet werden, eine Aufgabe, die von einem feinfühligen Gartengestalter gemacht werden sollte.
Ein Teich mit 5 mal 5 Metern Badefläche kann bereits funktionieren. Wichtig ist die Tiefe des Teichs vor allem bei kleinen Teichen unter 50m2 Badefläche sollte der Teich, wenn keine Wasserumwälzung stattfindet, nicht tiefer als 1.60m sein. Grössere Teiche können bis zu einer Tiefe von 2.50m gebaut werden. Der Naturbadeteich besteht aus einer Schwimm- und einer Regenerationszone, in der die Wasserpflanzen wachsen.
Die Pflanzfläche muss bei kleinen Teichen mindestens so gross sein, wie die Schwimmzone. Bei grösseren Teichen kann die Regenerationszone auch etwas kleiner gestaltet werden als die Badefläche.
Dachwasser kann in der Regel ohne Probleme durch ein Kiesbeet oder einen bepflanzten Bodenfilter (siehe Kasten) eingeführt werden. Der Naturteich soll nicht mit Leitungswasser nachgefüllt werden. Vor allem bei grösseren Mengen Leitungswasser wird die Biologie im Teich stark beeinträchtigt. Künstlich angelegte Bachläufe müssen sehr sorgfältig in das Gelände eingefügt werden, dass sie nicht aufgesetzt wirken. Eine Umwälzung über einen Bachlauf ist nicht notwendig, kann die Anlage aber ergänzen. Das Überschüssige Wasser, zum Beispiel bei starken Niederschlägen muss im Notfall über eine Sickergalerie oder einen Kanalistaionsanschluss abgeleitet werden können. Über die Art des Abflusses entscheiden in erster Linie die Gesetze des Gewässerschutz.
Sitz- und Liegeplätze am Wasser können mit grossen Natursteinen oder Holzrosten gestaltet werden. Überhaupt wird das Umland um den Teich soweit wie möglich mit nährstoffarmem Kiesmaterial gestaltet um Nährstoffeinträge in das Badewasser zu verhindern. So entsteht ausserhalb des Weihers ein weiterer Lebensraum, eine Pufferzone in Form eines Trockenstandortes.
Wege und Plätze werden selbstverständlich ausschliesslich mit Naturmaterial gebaut. An erster Stelle stehen Kiesbeläge und Natursteine. Aber auch unbehandeltes Lärchen- oder Robinienholz kann am Wasser stimmungsvoll eingesetzt werden. Bei der Anlage von Sitzplätzen ist auch der Sonnenschutz ein wichtiges Thema. Obwohl man nach dem Baden einen warmen, von der Sonne bestrahlten Stein bevorzugt, müssen auch beschattete Plätze geschaffen werden. Schatten schafft man am natürlichsten mit Bäumen. Ist der Garten zu klein für einen Baum kann der Schatten auch mit einem Sonnensegel erzeugt werden.
Der Aushub des Teichs wird mit einem Raupenbagger erstellt. Sinnvollerweise verwendet man das Aushubmaterial für die Gestaltung des umliegenden Geländes. Wenn dies nicht möglich ist, muss das Aushubmaterial abgeführt werden. Der Aushub des Teichs muss zentimetergenau erfolgen, weil auf dieser Grundlage später die Folie verlegt wird. Der Schimmbereich muss vom Pflanzenbereich getrennt werden. Diese Trennung wird vor allem in kleineren Gartenteichen mit Schalungssteinen oder einem Holzkasten gebaut.
Wer einen Schwimmteich baut, der einige Jahre halten soll, darf beim Kauf der Folie nicht sparen. Folien von mindestens 1,00mm Dicke sind ein Muss. Besser sind Folienstärken von 1,2 bis 1,5mm. Gut geeignet sind EPDM Synthese-Kautschukfolien, die eine enorme Dehnfähigkeit aufweisen. Ausserdem sind diese Folien schwarz, was dem Weiher später eine natürlichere Farbe verleiht und nicht jeden Krümel auf dem Teichboden sichtbar werden lässt. Im Uferbereich wird verschiedenes Kiesmaterial aufgebaut. Der Boden des Schwimmbereichs kann ebenfalls mit Steinen abgedeckt werden. Grosse Teiche ab 100m2 können anstelle einer Folie mit einem Gemisch aus Kalk und Ton abgedichtet werden. Diese Abdichtung hat einige Vorteile gegenüber der Folie. So können künftige Pflegearbeiten mühelos mit Werkzeugen oder sogar maschinell durchgeführt werden. Die Übergänge in den Uferzonen entsprechen denen eines natürlichen Gewässers, was eine grössere Pflanzen- und Tiervielfalt mit sich bringt. Die Teichabdichtung kann auch nach Jahrzehnten ohne Rückstände in die Natur zurückgeführt werden. Kalkstabilisierte Weiher müssen durch einen Fachbetrieb ausgeführt werden, der über mehrere Jahre Erfahrung in der Verarbeitung von kalkstabilisierten Abdichtungen verfügt.
Bei der Bepflanzung stehen nicht nur ästhetische Aspekte im Vordergrund. Gewisse Pflanzenarten müssen im Badeteich integriert werden, da sie für die Wasserreinigung besonders wertvoll sind. Wichtig ist auch das Einbringen von Unterwasserpflanzen, die Nährstoffe binden. Die Pflanzen werden meist in kleinen Plasticktöpfen geliefert. Die Erde in den Töpfen ist zu nährstoffreich und kann aus diesem Grund in unserem Teich zu Algenbildung führen. Um diese erste Algenblüte zu vermeiden werden die Wurzeln abgespült und ohne Erdballen in den Teich eingepflanzt.
Mit keinem anderen Wort können sie Teichbesitzerinnen so in Rage bringen. Algen sind die Feinde schlechthin, sie müssen um jeden Preis bekämpft und ausgerottet werden. Wer schon bei der ersten Algenblüte den Mut verliert muss noch einiges dazulernen um ein stolzer Naturteich Betreiber zu werden. Algen gehören genau so zum natürlichen Kreislauf wie die herzigen Bergmölche und die schöne Sumpfdotterblume. Vor allem im Frühjahr, wenn die Tage länger werden und das tierische Plankton fehlt beginnen die Algen zu wachsen. Ist das tierische Plankton vorhanden, geht die Algenblüte zurück. Diese Schwebealgen sind überlebenswichtig für eine intakte Biologie im Weiher. Lästiger können Fadenalgen sein. Sie treten auf, wenn im Wasser zu viele gelöste Nährsalze enthalten sind. Fadenalgen können während der Mittagszeit bei vollem Sonnenschein auf der Oberfläche abgeschöpft werden. Algenblüten sind meist ein Indikator für nährstoffreiches Wasser. Zuerst muss die Ursache für den Nährstoffeintrag bekannt sein, bevor man etwas gegen die Fadenalgen unternimmt. Das Abschöpfen von Algen ist eine der wenigen Arbeiten am Naturbadeteich, die überhaupt notwendig sind, mit dem Entfernen der Algen wird auch Biomasse entfernt und der Teich ausgemagert. Die Wasserpflanzen bleiben auch über den Winter stehen und werden erst im zeitigen Frühjahr zurückgeschnitten. In den meist hohlen Stengeln der Sumpfplanzen überwintern eine Menge Insekten und bieten somit unzähligen Arten eine ideale Überwinterungsmöglichkeit. Alle ein bis zwei Jahre werden im Schwimmbereich die Sinkstoffe abgesaugt. Zur Erhaltung der Artenvielfalt im Pflanzbereich müssen alle drei bis fünf Jahre einzelne wuchernde Arten zurückgenommen werden. Kontaktinformation
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